Energiekrise

Heizungsthermostat, das auf 1 gestellt ist

Empfehlungen für Museen zur Bewältigung der Energiekrise

Die Energiekrise fordert von Museen, sparsam mit den begrenzten Energieressourcen umzugehen und sich auf Ausfälle der Gas- und Stromversorgung einzustellen.

Die Arbeitskreise Gebäudemanagement und Sicherheit sowie Konservierung/Restaurierung des Deutschen Museumsbunds (DMB) haben gemeinsam mit dem Verband der Restauratoren, dem Rathgen-Forschungslabor und dem Doerner Institut eine Empfehlung zur Energieeinsparung durch die Einführung eines erweiterten Klimakorridors bei der Museumsklimatisierung erarbeitet. Anstatt eines feststehenden Wertes wird ein jahreszeitlich gleitender Klimakorridor zwischen 40 und 60 Prozent relativer Luftfeuchte empfohlen. Die Temperaturen dürfen sich in den Depots zwischen 15 und 26 Grad Celsius, in den Ausstellungen zwischen 18 und 26 Grad Celsius bewegen. Wichtig ist, dass Änderungen nur sehr langsam erfolgen (maximal 5 Prozent relative Feuchteänderung in 24 Stunden).

Museumsträger und -leitungen sollten sich mit der Empfehlung des DMB vertraut machen und prüfen, welche Anpassungen möglich sind. Raumklimatische Anforderungen für Museumssammlungen können unterschiedlich sein. Der erweiterte Korridor ist für die Mehrzahl der Objekte geeignet. Besonders klima-empfindliche Objekte benötigen unter Umständen Sonderlösungen, zum Beispiel Vitrinen oder dichte Behältnisse – dies sollten Fachrestauratorinnen/-restauratoren prüfen. Alle Änderungen am bisher bestehenden technischen Museumsklima muss durch Raumklimamessgeräte kontrolliert und restauratorisch begleitet werden.

Weitere Statements und Handlungsempfehlungen des DMB aus Anlass der Energiekrise sind hier abrufbar.

 

Zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben hat der Sicherheitsleitfaden Kulturgut (SiLK) die Empfehlungen zur Energieeinsparung und Notfallplanung Energiekrise für Kulturgut bewahrende Einrichtungen publiziert. Die Handreichung erläutert praxistauglich Maßnahmen zur Energieeinsparung (Teil 1) und zur Vorbereitung auf Notfallszenarien (Teil 2). Der Anhang enthält eine Linkssammlung und Kontaktstellen. Bisherige Empfehlungen, zum Beispiel der Bundesregierung (BKM) und des DMB, wurden berücksichtigt.

Auch jenseits der Energiekrise ist diese Handreichung auf Basis der bewährten Arbeit von SiLK ein wichtiges Papier für nachhaltiges, sicheres Bewahren und Ausstellen, den schonenden Umgang mit dem Gebäude und vor allem für die Notfallplanung.

 

Aus der Arbeitsgruppe Notfallvorsorge beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist ein Positionspapier zum Risiko- und Krisenmanagement in Kulturgut bewahrenden Einrichtungen entstanden. Die Verpflichtung, Kulturgut zu schützen, die jede Kulturgut bewahrende Institution eingeht, macht Krisenvorsorge und Risikomanagement notwendig. Wie das grundlegend funktioniert, erläutert das sechsseitige Papier eingängig und liefert vor allem Argumente gegenüber Entscheidungsträgern, hierfür Ressourcen bereitzustellen.

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