Corona-Schutzauflagen und die Folgen für Sachsens Museen 2022

Ziel der Umfrage war eine Sondierung des Umgangs sächsischer Museen mit geltenden Corona-Schutzauflagen und der Folgen der Pandemie für die Museen. Die Umfrage fand im Zeitraum vom 24. Januar bis 14. März 2022 – im Nachgang der pandemiebedingten Schließung von Museen in Sachsen – statt. Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen führte die Befragung in Kooperation mit dem Sächsischen Museumsbund durch. Teilgenommen haben 74 Museen.

Die Umfrageergebnisse zeigten, dass die Corona-Pandemie sich vielschichtig auf die Arbeit der sächsischen Museen ausgewirkt hat. Der überwiegende Teil der Museen konnte nach langen Schließzeiten im ersten Quartal 2022 wieder die Türen öffnen. Es ließen sich sowohl ein Rückgang der Besuchszahlen als auch eine Veränderung der Zusammensetzung der Besucherinnen und Besucher feststellen. Die Veränderungen selbst gestalteten sich jedoch als höchst unterschiedlich, sodass Häuser einerseits traditionelle Besuchergruppen wie Bustouristen und Gruppenreisende verloren, aber dafür Tagesgäste und Individualreisende dazugewonnen haben. Auch der Rückgang an Besuchszahlen unterschied sich je nach Abhängigkeit vom (inter)nationalen Tourismus. Finanzielle Einbußen in unterschiedlicher Höhe haben mehr als vier Fünftel der an der Umfrage teilnehmenden Museen verzeichnet. Etwa die Hälfte verzeichnete Verschlechterungen des Haushalts der Jahre 2021 und 2022 – nur ein reichliches Drittel der Häuser ging jedoch von dauerhaften finanziellen Verschlechterungen aus. Etwa ein Drittel der befragten Museen gab an, dass es zu Veränderungen in der Zusammenarbeit mit freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kam; bei einem reichlichen Viertel kam es zu Veränderungen in der Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Personen. Fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten durch verschiedene Strategien häufig an den Häusern gehalten werden, wobei ein reichliches Drittel der befragten Museen Kurzarbeit für ihre Angestellten beantragen mussten. Die Umfrage ergab weiterhin, dass sich die Museumsarbeit auf die Bereiche Inventarisierung, Depotarbeit und Digitalisierung verlagerte, während Aufgabenfelder wie Bildung und Vermittlung sowie Ausstellungen deutlich gelitten haben. Ein noch vielfach vorhandenes Problem war das Zurückgreifen auf private Geräte für Online-Konferenzen, da Arbeitgeber die erforderliche technische Ausstattung nicht bereitgestellt haben. Die zahlreichen neuen, während der Pandemie entstandenen digitalen, aber auch analogen Vermittlungsangebote möchten die Museen über die Corona-Pandemie heraus weiterverfolgen, um ihre Reichweiten zu erhöhen.

Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden – Sächsische Landesstelle für Museumswesen in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Museumsbund e.V.
Erschienen 2022 im Selbstverlag, 22 Seiten, 26 farbige Abbildungen, 30 × 21 cm.

Kostenfreier Download:
Umfrageergebnisse

Anlage Digitale Best-Practice-Angebote sächsischer Museen aus den Pandemie-Jahren 2020–2022

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